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Letzte Aktualisierung: Don, 27. Sept 2001
Biowaffen-Erreger
Wie sie wirken, wie sie töten
Einige ausgewählte Biowaffen-Agenzien
Quelle: Plague Wars: A true story of biological warfare. By Tom Mangold and Jeff Goldberg. MacMillan 1999

Milzbrand
Milzbrand, auch Anthrax genannt, wird durch das Bakterium Bacillus anthracis ausgelöst. Die bevorzugte Methode, Anthrax als Biowaffe einzusetzen, ist über die Atemluft. 1-6 Tage nach dem Einatmen von Anthrax-Sporen setzen Fieber und Müdigkeit ein, manchmal in Verbindung mit Husten und leichten Brustschmerzen. Danach verbessert sich der Patient kurzzeitig, gefolgt von einer plötzlichen Verschlechterung mit starken Atembeschwerden - die Patienten laufen blau an und sterben innerhalb kurzer Zeit. 100% Todesrate bei Inhalation, 50% wenn mit der Nahrung aufgenommen. Anthrax kann zwar mit Antibiotika behandelt werden, wird die Behandlung jedoch erst nach dem Auftreten der Symptome begonnen (was natürlich der Regelfall ist), kommt sie zu spät, die Patienten sterben trotzdem.

Cholera
Cholera wird durch das Baktrium Vibrio cholreae verursacht, das nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen wird. Für den militärischen Einsatz bietet sich die Verseuchung von Trinkwasser und Nahrungsmitteln an. Es ist eine ideale Biowaffe für den verdeckten Einsatz, da eine Choleraepidemie in vielen Gebieten auch natürlicherweise auftreten kann. Nach 12-72 Inkubationszeit setzt die Krankheit sehr plötzlich ein. Die ersten Symptome sind Darmkrämpfe und Durchfall, gefolgt von Erbrechen, malaise und Kopfschmerzen. Die Patienten verlieren viel Körperflüssigkeit und sterben - unbehandelt - in 50-80% der Fälle. Behandlung mit Antibiotika und Rehydration möglich.

Pest
Das wohl berüchtigste Bakterium der menschlichen Geschichte ist das Pest-verursachende Yersinia pestis. Flöhe, die auf Nagern (Ratten) leben, übertragen das Bakterium auf Menschen. Nach 2-10 Tagen setzen bei der Beulenpest malaise, hohes Fieber und Schmerzen in den Lymphknoten ein. Pusteln und große schwarze Flecken entstehen auf der Haut, weshalb die Pest auch als der "Schwarze Tod" bezeichnet wird. Eine andere Form der Pest, durch das gleiche Bakterium ausgelöst, ist die Lungenpest, bei der als Symptom Bluthusten dazukommt und die mit einem Zusammenbruch der Atmung endet. Beulenpest hat 50%, Lungenpest 100% Todesrate. Pest kann zwar mit antibiotika behandelt werden, die Mortalität ist jedoch trotzdem noch relativ hoch, besonders bei der Lungenpest. Lungenpest ist die ideale Biowaffe und kann als Aerosol eingesetzt werden.

Tularämie
Tularämie wurde 1911 im Tulare County in Californien entdeckt. Verursacht durch das Bakterium Francisella tularensis, kommt die Krankheit vor allem in Karnickeln und Eichhörnchen vor. Das Bakterium ist eine ideale Biowaffe, da es Frosttemperaturen überlebt und auch in Wasser, Boden und Leichen für Wochen überleben kann. Es kann sehr einfach aerosolisiert werden und nach Einatmung typhoide Tularämie verursachen, bei der Opfer meistens noch eine Lungenentzündung oben drauf bekommen. Nach 2-10 Tagen Inkubationszeit setzen die Symptome sehr plötzlich und sehr stark ein. Die Opfer bekommen geschwollene Drüsen, Haut- und Schleimhaut ulceration, Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und malaise. Todesrate 4%, bei typhoider Tularämie 35%, kann mit Antibiotika behandelt werden.

Ebola
Durch den Ebola Virus (sehr ähnlich der Marburg Virus) wird hämorrhagisches Fieber ausgelöst. Beides sind sog. Filoviren, sehr lange fadenähnliche Viren. Ebola ist nach einem kleinen Fluß in Zaire benannt, in dessen Nähe 1976 die erste Epidemie ausgebrochen war. Marburg Virus wurde 1967 in Marburg entdeckt, als sich Arbeiter einer pharmazeutischen Fabrik in Marburg von Affen ansteckten und starben.
Die Viren greifen jedes Körperorgan und Gewebe im menschlichen Körper an und zersetzen den gesamten Körper in einen Schleim von Viruspartikeln. Ca. 10 Tagen nach der Infektion beginnen Fieber, Körperschmerzen und Erbrechen. Das Blut verklumpt, verstopft die Adern. Es entwickeln sich Blutergüsse unter der Haut (sichtbare rote Flecken), die Haut bricht auf und Blut tritt aus, bald blutet der Patient aus jeder Körperöffnung, die Augen laufen voller Blut und der Körper löst sich auf bevor der Tod einsetzt. Es gibt keine Impfung und keine Heilung. Der Virus ist relativ stabil und kann über den Luftweg eingesetzt werden.

Pocken
Pocken werden durch den Pockenvirus (Variola major) verursacht. Vor seiner Ausrottung in 1977 (durch weltweite, WHO-koordinierte Anstrengungen) gehörten die Pocken zu den schlimmsten Epidemien, die 30 40% eine Population töten konnte. Heutzutage ist die Generation der unter 25-Jährigen nicht mehr gegen Pocken geimpft, es existiert auch kaum Pockenimpfstoff auf Halde.
12 Tage nach Inkubation setzen Lethargie, Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und Kopfschmerzen ein, 15% der Patienten fallen ins Delirium. 2-3 Tage später rötet sich die Haut in Gesicht, an Händen und später am ganzen Körper, der in große, extrem schmerzhafte Pusteln übergeht. Der Virus ist sehr robust und wird sehr leicht übertragen. Er überlebt lange in der Luft und überlebt sogar Explosionen, was ihnen zu einer idealen offensiven Waffe macht.

Pferde-Enzephalitis
VEE - Venezuelan Equine Encephalitis wird durch den VEE-Virus verursacht, der zwar nicht tödlich ist, aber den Gegner komplett kampfunfähig macht. Die Opfer werden für mehrere Tage von extremen Fieberschüben, schweren Kopfschmerzen und Schüttelfrösten heimgesucht, gefolgt von ca. zweiwöchiger Malaise und Lethargie. Es gibt keine Therapie.

Botulinus Toxin
Das wird oft nicht als Biowaffe verstanden, da es kein lebensfähiger Organismus ist, sondern ein daraus gewonnener Giftstoff. Trotzdem fällt Bot-Tox auch unter die Biowaffen-Konvention. Botulinus ist das ultimative Gift - das stärkste überhaupt bekannte Toxin. Über die Nahrung aufgenommen, verursacht es binnen weniger Stunden Symptome wie einer Blutvergiftung, oder auch verschwommene Sicht, Schluck- und Sprechbeschwerden, und Muskelschlappheit. Das führt zu Atembeschwerden, die zum Tod führen. Behandlung existiert nicht.

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