|
Sie befinden sich: Infos > Aktuelles > Telegramm_34
Letzte Aktualisierung: |
|||||||
|
Biowaffen-Telegramm Nr. 34 1. Dezember 2004 Sunshine Länderstudien ... Industrievorschläge zur Verifikation ... Gentechnik und Pockenviren ... Landkarte der Biowaffenforschung in den USA ... Chemikalien in Falluja |
|||||||
|
- Erstellt mit Mitteln des Greenpeace Magazins, der Berghof Stiftung für Konfliktforschung und der grassroots-foundation -
|
|||||||
|
1. Studien zur BW-Forschung in Frankreich und Deutschland veröffentlicht Am 16. November hat das Sunshine Project zwei umfassende Studien zur Biowaffen-Abwehrforschung in Deutschland und Frankreich veröffentlicht. Damit wurde eine Serie von Länderstudien eröffnet, mit denen das Sunshine Project einen Beitrag zur Transparenz und Vertrauensbildung im Bereich der biologischen Abwehrforschung leisten möchte. In Kürze werden zwei weitere Berichte über die Türkei und die USA folgen, für das kommende Jahr sind vier weitere Länderstudien geplant. Die Berichte können hier abgerufen werden. 2. Industrie-Experten machen Vorschläge zur Verifikation der Biowaffen-Konvention Eine Gruppe von 14 US-amerikanischen Experten aus der Pharmaindustrie hat im November einen Bericht veröffentlicht, in dem konkrete Vorschläge zur Verifikation des internationalen Biowaffen-Verbots und zur Inspektion industrieller Anlagen gemacht werden. Der Bericht beruht im Wesentlichen auf theoretischen Planspielen zu den Moeglichkeiten und Grenzen solcher Inspektionen und schlaegt als naechsten Schritt die Durchfuehrung von experimentellen Inspektionen in verschiedenen Anlagen der pharmazeutischen bzw. biotechnologischen Industrie vor. Er geht explizit davon aus, dass die in der Bush-Administration verbreitete Ansicht, die Biowaffen-Konvention laesst sich prinzipiell nicht verifizieren, nicht fundiert ist. Der Bericht wurde in Kooperation mit dem Center for Strategic and International Studies veröffentlicht und kann dort heruntergeladen werden. 3. Gentechnische Veränderung von Pockenviren geplant Ein Komitee der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich Anfang November dafür ausgesprochen, künftig gentechnische Experimente mit Pockenviren zu genehmigen. Das WHO Komitee zur Pockenforschung - das seit der Ausrottung der Pocken in den 1970er Jahren den Umgang mit den letzten bekannten Pockenvirenvorräten in je einem russischen und amerikanischen Labor regelt - hat eine Reihe von Empfehlungen zur Pockenforschung gemacht, die jedoch noch auf der kommenden Generalversammlung der WHO im Mai 2005 genehmigt werden müssen. Danach soll nicht nur die gentechnische Veränderung der Pockenviren möglich sein, sondern auch die Übertragung einzelner Pockengene auf andere Viren. Jedes Experiment soll im Einzelfall überprüft und genehmigt werden. Angesichts der Tatsache, dass vor wenigen Jahren ein gentechnischer Eingriff an Mauspockenviren ungeplant und unvorsehbar zu einem sehr viel aggressiveren und gefährlicheren Virusstamm führte, sind die Risiken solcher Experimente kaum vorab zu kalkulieren. 4. Aktualisierte Karte der Biowaffen-Abwehrforschung in den USA Am 4. November hat das Sunshine Project USA eine aktualisierte Karte der Hochsicherheits-Laboratorien und der Biowaffenforschung in den USA veröffentlicht. Darin verzeichnet sind jetzt unter anderem 4 fertige und 6 im Bau befindliche bzw. geplante Labore der höchsten Sicherheitsstufe (BL 4). Frühere Versionen der Sunshine-Karte wurden in den letzten Monaten des Öfteren in den amerikanischen Medien verwendet, zuletzt z.B. in USA Today und dem American Journal of Public Health. Die Karte kann hier herunter geladen werden. 5. Chemikalien in Falluja entdeckt Presseberichten zufolge haben irakische Soldaten in Falluja ein "Labor" mit Chemikalien und Anleitungen zur Herstellung von Explosivstoffen, Giften und Anthraxbakterien gefunden. Amerikanische Militaers gaben an, dass es sich bei den Chemikalien unter anderem um Natriumzyanid handelte, mit dem die giftige Blausäure hergestellt werden kann. Die genaue Natur der Dokumente und inwieweit sie sich tatsächlich für die Herstellung von chemischen oder biologischen Waffen eignen ist nicht bekannt. 6. Leseempfehlung Die vom ehemaligen Chef-Waffeninspektor der Vereinten Nationen, Hans Blix, geleitete internationale Kommission zum Schutz vor Massenvernichtungswaffen hat im November in Vancouver getagt. Einige interessante Papiere zum Thema Biowaffen sind auf der homepage der Kommission abzurufen. 7. Diverses
|