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Biowaffen-Telegramm Nr. 32 18. September 2004 Tränengas für die Bundeswehr beschlossen ... Syrische Chemiewaffen angeblich im Sudan eingesetzt ... Bericht der Iraq Survey Group ... Biosafety/Biosecurity ... Japan/China ... USA relativieren Biowaffen-Vorwürfe gegen Kuba ... Angriff der Killer-Zitronen ... |
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Erstellt mit Mitteln des Greenpeace Magazins, der Berghof Stiftung für Konfliktforschung und der grassroots-foundation
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1. Tränengas für die Bundeswehr im Bundestag beschlossen Am 7. September hat der Auswärtige Ausschuss des Bundestages einstimmig den Gesetzentwurf der Bundesregierung beschlossen, mit dem es der Bundeswehr künftig gestattet sein wird, auch im Ausland Tränengas einzusetzen (s. Telegramm 31). Trotz Kritik verschiedener Abgeordneter wurde der Gesetzentwurf nicht mehr verändert. Allerdings wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP (gegen CDU/CSU) eine Erklärung der Bundesregierung zur Kenntnis genommen, nach der die Bundeswehr nur solche chemischen Agenzien einsetzen wird, die bereits bei Polizei bzw. Bundesgrenzschutz im Gebrauch sind (dabei handelt es sich im Wesentlichen wohl um Tränengas und Pfefferspray). Die Bundesregierung verpflichtete sich, den Bundestag rechtzeitig darüber zu informieren, falls die Bundeswehr in Zukunft mit zusätzlichen Chemikalien ausgerüstet wird (Presseinformation des Bundestages hier). 2. Angeblich syrische Chemiewaffen im Sudan eingesetzt Nach Angaben der Tageszeitung 'Die Welt' vom 15. September 2004 haben syrische Sondereinheiten im Juni 2004 chemische Waffen im Sudan eingesetzt. Dies gehe aus Berichten westlicher Geheimdienste hervor, die der 'Welt' vorliegen würden. Demnach sei zunächst ein Einsatz gegen die Rebellen im Südsudan vorgesehen gewesen, nach Beginn der Friedensverhandlungen mit den Rebellen seien die chemischen Waffen dann in Dafur eingesetzt worden. Die Chemiewaffen seien der sudanesischen Regierung von Syrien angeboten worden, um sie versuchsweise einzusetzen. 3. Bericht der Iraq Survey Group Der Entwurf eines 1.500 Seiten langen Berichtes der Iraq Survey Group kursiert zur Zeit in Washington. Am 17. September 2004 hat der Journalist Douglas Jehl in der New York Times die wesentlichen Elemente dieses Entwurfs veröffentlicht. Demnach wird dieser Bericht feststellen, dass der Irak zwar die Absicht hatte, Massenvernichtungswaffen zu produzieren sobald die Wirtschaftssanktionen gefallen wären. Es gäbe aber, so die Times, auch weiterhin keinerlei Hinweise darauf, dass der Irak entsprechende Waffenprogramme bereits betrieben hatte. Im Wesentlichen wird dieser Bericht das bestätigen, was die Iraq Survey Group bereits Anfang des Jahres noch unter ihrem damaligen Leiter David Kay veröffentlicht hat. 4. Biosafety - Biosecurity Am 9. September hat die US-amerikanische Akademie der Wissenschaften (NAS) einen Bericht über den Umgang mit genetischen Sequenzen gefährlicher Mikroorganismen veröffentlicht ('Seeking Security: Pathogens, Open Access, and Genome Databases', online hier erhältlich). Im Kern empfiehlt der Bericht, auch weiterhin genetische Sequenzen ohne Einschränkung zu veröffentlichen, da der Nutzen für die Gesundheitsforschung das Risiko eines möglichen terroristischen Missbrauchs überwiegt. Die NAS verwirft in dem Bericht auch das Modell eines eingeschränkten Zugriffs auf Datenbanken, z.B. nur für registrierte Benutzer. 5. USA relativieren Biowaffen-Vorwürfe gegen Kuba Vor zwei Jahren noch haben die Vereinigten Staaten Kuba vorgeworfen, "zumindest ein begrenztes Forschungs- und Entwicklungsprogramm für biologische Waffen zu unterhalten" (so Unterstaatssekretär John R. Bolton im März 2002). Dieser Vorwurf wurde jetzt nach Angaben der New York Times vom 18. September zurückgenommen. Angesichts der dramatischen Fehleinschätzungen bezüglich der irakischen Massenvernichtungswaffen haben die US-Geheimdienste das vorliegende Material jetzt erneut bewertet und dabei sehr viel strengere Maßstäbe als zuvor angelegt. Im Ergebnis kommt die neue Bewertung zu dem Schluss, dass "die Geheimdienste weiterhin glauben, dass Kuba die technischen Voraussetzungen hat, Teile eines Biowaffenprogramms durchzuführen". Diese Formulierung ist insofern wenig aussagekräftig, als dass sie auf mindestens 30 weitere Staaten ebenso zutrifft, die auch eine weit entwickelte Biotechnologie betreiben. 6. Japan-China Nach Zeitungsangaben wird Japan 2,8 Milliarden US-Dollar in eine Anlage zur Zerstörung alter Chemiewaffen in China investieren. Nach dem 2. Weltkrieg haben die abziehenden japanischen Truppen unzählige chemische Waffen in China zurückgelassen, die sich zunehmend als Gefährdung für Mensch und Umwelt erweisen. Diese Altlasten sollen bis 2007 entsorgt werden (AFP 21. August 2004). Zur Zeit ist ein Team aus 32 japanischen Experten im Nordosten Chinas unterwegs, um bei der Bergung alter Senfgas-Munition zu helfen (Global Security Newswire 27 August 2004). 7. Lemons of Mass Destruction Die Washington Post berichtete am 10. September über einen kuriosen Zwischenfall, bei dem die US-Küstenwache im August nach einem anonymen Email eine Millionen argentinischer Zitronen vernichtet hatte, da diese angeblich biologisch kontaminiert waren. Ein Frachter, der fünf Container mit den Zitronen geladen hatte, war 11 Meilen vor der amerikanischen Küste aufgebracht und für eine Woche aufgehalten worden. Nachdem alle Tests negativ waren und das Schiff endlich andocken konnte, wurde als Vorsorgemaßnahme die Zerstörung der Zitronen angeordnet. Sie waren jedoch sowieso schon ungenießbar. 8. Diverses
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