|
Sie befinden sich: Infos > Aktuelles > Telegramm_31
Letzte Aktualisierung: |
|||||||
|
Biowaffen-Telegramm Nr. 31 23. August 2004 Spin doctors bei der Iraq Survey Group ... Pentagon vs. Sunshine ... Biosafety Bites ... Bioterror ... Milzbrandbriefe ... |
|||||||
|
Erstellt mit Mitteln des Greenpeace Magazins, der Berghof Stiftung für Konfliktforschung und der grassroots-foundation
|
|||||||
|
Leseempfehlungen
1. Spin doctors bei der Iraq Survey Group Presseangaben zufolge wird zur Zeit mit Macht versucht, den Bericht der Iraq Survey Group so zu gestalten, dass er nicht zum erwarteten Desaster für die britische und US-amerikanische Regierung wird. Die Iraq Survey Group (ISG) sucht seit mehr als einem Jahr vergeblich nach Massenvernichtungswaffen im Irak. Der Rücktritt des ISG-Leiters David Kay Anfang des Jahres (O-Ton: "We were all wrong") hatte bereits zu erheblicher Kritik an den Regierungen geführt, die den Krieg gegen den Irak auf die angeblichen ABC-Waffen des Irak gestützt hatten. 2. Pentagon vs. Sunshine Project Nach den Zensurversuchen des Pentagon hat das Sunshine Project am 5. August drei vorübergehend von der Internetseite genommene Dokumente wieder ins Internet gestellt. Das Pentagon hat sich seitdem nicht bei uns gemeldet und auch nicht den Vorwurf präzisiert, nach dem diese Dokumente die Sicherheit von Mitarbeitern der US-Militärs gefährden würden. Die Korrespondenz des Sunshine Project mit dem Marine Corps ist hier nachzulesen. 3. Biosafety Bites - Mangelhafte Kontrolle biologischer Forschung in den USA Die KollegInnen des Sunshine Project USA führen seit Anfang des Jahres eine Umfrage zur Transparenz der Biowaffen-Abwehrforschung in den USA durch (s. dazu Telegramm Nr. 30). In den letzten Wochen wurden die krassesten Fälle mangelnder Transparenz oder fehlender Kontrolle in unseren so genannten 'Biosafety Bites' veröffentlicht, darunter auch diese beiden:
Anfang August haben unsere US-Kollegen Beschwerde bei den National Institutes of Health (NIH) eingelegt. Nach NIH- Regeln müssen alle Institutionen, die mit Mitteln des NIH gefördert werden, ein so genanntes institutional biosafety committee (IBC) haben, um die Sicherheit der biologischen Forschung zu überwachen. Mehrere Dutzend Institutionen in den USA - darunter die Diversa Corporation in San Diego oder das USAMRIID in Fort Detrick - haben bislang jedoch kein solches IBC gegründet, obwohl sie in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen der Biowaffen-Forschung vom NIH gefördert wurden (mehr dazu in unserer englischsprachigen Presseerklärung vom 2. August 2004). 4. Bioterror und kein Ende Nachdem Ende letzten Jahres Briefe mit Rizinpulver bei Politikern in Washington eingegangen sind, wurde im Juli ein weiterer bioterroristischer Akt in den USA bekannt: In Irvine, Kalifornien fanden sich Gläschen mit Babynahrung, die mit zermahlenen Rizinus-Samen versetzt waren. Reines Rizin wurde jedoch nicht gefunden. In den Gläschen befand sich jeweils ein Zettel mit einer Warnung, dass die Gläser vergiftet waren (The New York Times, 29. Juli 2004). Zu Schaden kam jedoch niemand, weil die Giftmenge offensichtlich sehr gering war. 5. Milzbrandbriefe Nachdem das FBI zuletzt über mehrere Tage Labore im USAMRIID durchsucht hat (siehe Telegramm Nr. 30) hat es jetzt neue Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Milzbrandbriefen vom Herbst 2001 gegeben. In New York und New Jersey wurden am 5. August Wohnungen und Autos von Dr. Kenneth Berry und seiner Familie vom FBI durchsucht. Berry ist gelernter Mediziner, hat 1997 die Organisation PREEMPT Medical Counter-Terrorism Inc. gegründet und führt Schulungen im Biowaffen-Bereich für Polizei und Feuerwehr durch. Berry wurde vom FBI weder als Verdächtiger noch als 'person of interest' bezeichnet. Wenige Tage nach den Durchsuchungen wurde er von seinem Arbeitgeber, dem Medical Center der Pittsburgh University, vom Dienst suspendiert. 6. Diverses
|