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Biowaffen-Telegramm Nr. 14 10. März 2003 Waffeninspektionen in USA ... Bush gibt ok zu Giftgaseinsatz ... Falluja 2 ... Pockenpanik ... Biowaffen-Abwehrforschung ... Postgraduiertenstudium Friedensforschung |
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Erstellt mit Mitteln der Berghof Stiftung und der Umweltstiftung Greenpeace |
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1. Waffeninspektionen in den USA Das Waffeninspektoren-Team der kanadischen Friedensinitiative "Rooting out Evil" hat seine Ende letzten Jahres angekündigten Besuche verdächtiger US-Einrichtungen aufgenommen (siehe hierzu auch Biowaffen-Telegramm Nr. 11). Am 23. September stand das Edgewood Chemical and Biological Center, eine Einrichtung des US-Militärs in Aberdeen Proving Ground, Maryland, auf dem Programm, wo unter anderem an biologischen und chemischen Agenzien geforscht wird. Zudem spielt die Einrichtung eine führende Rolle in der Entwicklung so genannter "nicht-tödlicher" Waffen. Beispielsweise wurden hier 81mm Granaten zur Ausbringung von toxischen Chemikalien erprobt. Das 13-köpfige Inspektoren-Team setzte sich aus VertreterInnen von Politik, Wissenschaft, Kirchen und Gewerkschaften aus verschiedenen Ländern zusammen - darunter auch der prominente britische Labor-Abgeordnete Alan Simpson.. Die Inspektoren wollten sich vor allem über Qualität und Umfang der Erregerkulturen und Giftbestände informieren sowie die auf dem Gelände vorhandenen Aerosol- und Gaskammern und Windtunnel inspizieren. Die US-Militärs verweigerten jedoch jegliche Kooperation und verwehrten den Inspektoren den Zugang . (Washington Post, 24. 02. 2003) 2. Bush sagt ja zum Einsatz von Giftgas gegen den Irak Vor wenigen Wochen hat US-Verteidigungsminister Rumsfeld seinen Wunsch kundgetan, so genannte "nicht tödliche" Chemiewaffen gegen den Irak einzusetzen (siehe letztes Biowaffen-Telegramm). Einer Meldung des Independent zufolge, hat Bush als oberster Feldherr mittlerweile sein grundsätzliches Einverständnis dazu gegeben - die Entscheidungsgewalt über den Einsatz liegt nun in den Händen des "commander in the field". Das britische Verteidigungsministerium will damit nichts zu tun haben - es warnte die USA, dass es nicht zulassen würde, dass britische Truppen in den Transport oder die Anwendung von Chemiewaffen involviert würden. (Independent, 02. 03. 2003) 3. Chemieanlage im Irak mit britischer Hilfe von deutscher Firma gebaut Die Chemiefabrik Falluja 2 - laut Behauptungen der USA und Großbritannien immer noch zentraler Ort der irakischen Chemiewaffenproduktion - wurde 1985 durch die in Dortmund ansässige Firma Uhde GmbH gebaut. Uhde GmbH gehörte damals zum Imperium des deutschen Chemieriesen Hoechst und heute zu ThyssenKrupp. Der Löwenanteil des Auftrags von insgesamt 51 Millionen DM wurde an die britische Tochter Uhde Ltd in Hounslow weitergegeben. Dies, um eine Exportkreditgarantie der britischen Regierung in Anspruch nehmen zu können. Die Thatcher-Regierung unterstützte den Bau durch die Übernahme der Exportkreditgarantie und zahlte tatsächlich £300 000 Kompensation an Uhde Ltd als die Zahlungen des Irak nach Ausbruch des Golfkriegs ausblieben. Dies alles, obwohl sie wusste, dass der Irak - der zu dieser Zeit bereits Giftgas im Irak-Iran-Krieg eingesetzt hatte - Falluja 2 möglicherweise zur weiteren Giftgasproduktion verwenden würde. Die Kooperation wurde streng geheim gehalten vor allem die USA sollten davon nichts mitbekommen. Die setzten sich nämlich gerade dafür ein, dass alle Exporte von Materialien, die zur Herstellung von Giftgas dienen könnten, an den Irak gestoppt werden. (Süddeutsche Zeitung, 07. 03. 2003, The Guardian, 06.03.2003 - drei Artikel: Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3 ) 4. Pockenpanik Die aktuelle Debatte um die Bedrohung durch Terrorangriffe mit Pockenviren ist von Panikmache und der kurzsichtigen Suche nach technischen Lösungen geprägt. Die viel wichtigere politische Prävention gerät dagegen völlig aus dem Blickfeld. Hierzu der Artikel "Saddams Phantompocken" von Jan van Aken, erschienen in der FAZ am 21. 02. 2003, einzusehen auf unserer homepage - link siehe oben! 5. Biowaffen-Abwehrforschung: Geheimhaltung versus Transparenz
6. Postgraduiertenstudium "Friedensforschung und Sicherheitspolitik" Im Anhang an dieses Telegramm finden Sie eine Ausschreibung zum einjährigen Studium des interdisziplinären Postgradualen Masterstudiengangs "Friedensforschung und Sicherheitspolitik" 2003/2004 an der Universität Hamburg. Dieser Studiengang bietet insbesondere Naturwissenschaftlern und Naturwissenschaftlerinnen eine praxisorientierte Einführung in die Bearbeitung friedens- und sicherheitspolitischer Fragestellungen. Der Studiengang wird durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) gefördert, es werden auch gut dotierte Stipendien vergeben. 7. Diverses
8. Anhang Ausschreibung zum einjährigen Studium des interdisziplinären Postgradualen Masterstudiengangs "Friedensforschung und Sicherheitspolitik" 2003/2004 an der Universität Hamburg Dieser Studiengang bietet insbesondere Naturwissenschaftlern und Naturwissenschaftlerinnen eine praxisorientierte Einführung in die Bearbeitung friedens- und sicherheitspolitischer Fragestellungen. Grundsätze und Ziele des Studienganges Der Postgraduale Masterstudiengang "Master of Peace and Security Policy Studies / Friedens-forschung und Sicherheitspolitik" (M.P.S.) wird durch die im Kooperationsverbund Friedens-forschung und Sicherheitspolitik zusammengeschlossenen friedenswissenschaftlichen Ein-richtungen unter Federführung des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspoli-tik/Centre for OSCE-Research/IFSH-CORE und unter Beteiligung anderer wissenschaftlicher Einrichtungen und Partner durchgeführt. Der Studiengang wird durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) gefördert. Der M.P.S.-Studiengang wird trans- und interdisziplinär und praxisorientiert ausgerichtet. Der M.P.S.-Studiengang versteht sich als Kombination von Wissensaneignung und "learning by doing". Ziel des Studienganges ist es, hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen ei-nes geistes- oder naturwissenschaftlichen Studiums an einer deutschen oder ausländischen Universität oder Hochschule sowie akademisch ausgebildeten erfahrenen Praktikern auf an-spruchsvollem Niveau in friedens- und sicherheitspolitische Fragestellungen und in die Grundlagen ihrer praxisorientierten Bearbeitung einzuführen. Anliegen ist es, Methoden und Ergebnisse der Friedensforschung zu vermitteln und dadurch die MA-Studierenden auf Tätig-keiten in der friedenswissenschaftlichen Forschung und Lehre bzw. berufsfeldorientiert (z.B. peace-keeping, monitoring, verification, development aid, mediation, arbitration, conversion, administration) auf eine Tätigkeit bei nationalen und internationalen Organisationen, Verwal-tungen, Verbänden, Unternehmen vorzubereiten. Weitere Informationen zum Studiengang sind verfügbar unter: http://www.ifsh.de/studium/masterdetails.php
Zulassungsvoraussetzungen Der Studiengang richtet sich an Studierende, die eine Tätigkeit in friedenwissenschaftlichen, friedens- und sicherheitspolitischen Arbeitsbereichen anstreben. Die Bewerberinnen und Be-werber müssen den Abschluss eines akademischen Vollstudiums (Diplom, Magister oder gleichwertiger Abschluss) nachweisen. Bevorzugt berücksichtigt werden Bewerbungen, die Rückschlüsse auf berufliche Interessen und wissenschaftliche oder praktische Erfahrungen in Themenfeldern erlauben, welche sich auf Probleme des Friedens und der internationalen Si-cherheit beziehen. Da Lehre und Forschung in deutscher und/oder in englischer Sprache durchgeführt werden, sind hinreichende Kenntnisse beider Sprachen Voraussetzung. Prü-fungsleistungen, einschließlich Master-Arbeit, können durch die Studierenden wahlweise in englischer oder in deutscher Sprache erbracht werden. Förderungsmöglichkeiten Es werden insgesamt 15 Stipendien a € 1.000,- vergeben. Über die Vergabe entscheidet der Zulassungsausschuss, wobei deutsche und nicht-deutsche Bewerber gleichermaßen berück-sichtigt werden. Das Interesse an einem Stipendium sollte in der Bewerbung gesondert be-kundet werden. Einzureichende Unterlagen: Tabellarischer Lebenslauf; Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife oder das Zeugnis eines gleichwertigen Schulabschlusses; Nachweis über Sprachkenntnisse (deutsch und englisch); Nachweis über akademische Abschlüsse und ggf. Berufserfahrung; Bewerbungsformular (http://www.ifsh.de/studium/bewerbung.php); Einwilligungserklärung zur einmaligen und fristgemäßen Entgeltzahlung gemäß Ordnung des Postgraduiertenstudiengangs vom 3. Juli 2002, Art. 17 in Höhe von € 500,--. Die Bewerbungsfrist für das akademische Jahr 2003/2004 läuft am 30. April 2003 aus. Kontakt: Kooperationsverbund Friedensforschung und Sicherheitspolitik c/o IFSH z.Hd. Prof. Dr. Hans J. Giessmann Falkenstein 1 D-22587 Hamburg
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