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Angriff unter der Gürtellinie Ein Kommentar des Sunshine Project zu den bizarren C-Waffen-Ideen des Pentagon 20. Januar 2005 |
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Hamburg, 20. Januar 2005 - In den letzten Tagen sorgte ein Forschungsvorhaben der US Air Force in den USA für Schlagzeilen. In dem Forschungsantrag von 1994 mit dem Titel "Harassing, Annoying, and 'Bad Guy' Identifying Chemicals" wird die Entwicklung einer Reihe von bizarr anmutenden, nicht-tödlichen Chemiewaffen vorgeschlagen - zum Beispiel die Entwicklung eines starken Aphrodisiakums, das homosexuelles Verhalten unter den gegnerischen Soldaten auslösen soll. Dieser Forschungsantrag wurde im Dezember vom Sunshine Project zusammen mit anderen Original-Dokumenten aus dem US-Chemiewaffenprogramm im Netz veröffentlicht (hier einsehbar). Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sowie des Joint Non-Lethal Weapons Directora-te (JNLWD) bestätigten mittlerweile, dass es diesen Antrag zwar gegeben habe, er sei jedoch nie ernst genommen und sofort abgelehnt worden. Dies entspricht nicht den Tatsachen: Noch im Jahr 2000 warb das JNLWD auf einer CD für Militär- und Regierungskreise unter ande-rem mit genau diesem Forschungsvorhaben für die verstärkte Entwicklung von nicht-tödlichen Waffen. Und auch noch 2001 findet sich "Harassing, Annoying, and 'Bad Guy' Identifying" unter einer Reihe von Vorschlägen für neue Waffensysteme, die vom JNLWD der National Academy of Science (NAS) zur Begutachtung vorgelegt wurden. Wir wissen nicht, ob dieses Forschungsvorhaben tatsächlich weiter verfolgt wurde. Wir wis-sen jedoch, dass die US-Army an der Entwicklung anderer, so genannter "nicht-tödlicher" Chemiewaffen arbeitet - zum Beispiel an Betäubungsgasen, ähnlich denen wie sie im Mos-kauer Geiseldrama eingesetzt wurden. Auch wenn "Viagra als Waffe" wahrscheinlich nicht wirklich funktioniert, Valium als Waffe befindet sich in den USA bereits in der Entwicklung. Generell besteht in Militärkreisen ein großes Interesse daran, nicht-tödliche Chemiewaffen zur Verfügung zu haben und offensichtlich auch eine hemmungslose Phantasie, was man mit solchen Waffen anstellen könnte. Solange diese Waffen nicht grundsätzlich geächtet werden, wie es die Chemiewaffen-Konvention verlangt, werden wir mehr und mehr mit Versuchen konfrontiert werden, auch das Verhalten des Gegners über chemische Waffen zu steuern. Weitere Informationen zum US-Chemiewaffenprogramm finden sie hier. Für Rückfragen steht Ihnen unsere Pressesprecherin Dr. Kirsten Brodde unter der Mobilfunknummer 0170 / 3405297 zur Verfügung. Unseren US-Kollegen Edward Hammond, der das Dokument recherchiert hat, erreichen Sie unter hammond@sunshine-project.org.
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