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Letzte Aktualisierung: Monday, April 12, 2004

US-Regierung fordert erneut Einsatz biologischer Mittel im

kolumbianischen Drogenkrieg

Verstoß gegen Verbot biologischer Waffen

Sunshine Project - Presseerklärung - 7. April 2004

Nach vierjähriger Pause macht das amerikanische Außenministerium jetzt erneut Druck auf Kolumbien und fordert den Einsatz biologischer Waffen zur Vernichtung von Drogen produzierenden Pflanzen. Damit stellt sich die Bush-Administration gegen die Entscheidung des früheren Präsidenten Clinton, der im Jahre 2000 den Einsatz der Anti-Drogen-Pilze in Kolumbien mit einem Verweis auf das Verbot biologischer Waffen stoppen ließ.

Letzte Woche veröffentlichte der kolumbianische Senator Jorge Enrique Robledo einen Brief zwischen dem US-Außenministerium und dem kolumbianischen Botschafter in Washington, in dem Kolumbien aufgefordert wird, ein Expertenteam zusammenzustellen, um mit US-Experten den Einsatz von pflanzenschädigenden Pilzen (genannt 'Agent Green') zur Zerstörung von Kokapflanzen und Schlafmohn vorzubereiten (siehe unten dazu eine englische Übersetzung des Briefes; das spanische Original findet sich hier).

Der geplante Einsatz von Agent Green hatte im Jahre 2000 weltweit zu Protesten geführt. Einige Nachbarstaaten Kolumbiens haben eigene Gesetze gegen den Einsatz biologischer Waffen im Drogenkrieg verabschiedet, Brasilien protestierte bei Kofi Annan gegen das Projekt, das Europäische Parlament stimmte mit 474:1 gegen den Einsatz und auch die britische Regierung, die zunächst vergleichbare Projekte in Zentralasien unterstützt hatte, zog sich zurück. Die Tatsache, dass ein Einsatz der Anti-Drogen-Pilze im blutigen kolumbianischen Bürgerkrieg ohne Zweifel einen Verstoß gegen das Verbot biologischer Waffen darstellt, brachte seinerzeit dann auch die Nationalen Sicherheitsrat der USA auf den Plan und veranlasste Bill Clinton, das Projekt in Kolumbien zu stoppen.

Seitdem hat es nur vereinzelte Versuche von US-Senatoren gegeben, das Projekt wieder zu beleben - Versuche, die jetzt offensichtlich auf offene Ohren in der Bush-Administration stoßen. Es steht zu befürchten, dass erneut - wie schon in den Jahren vor 2000 - mit finanziellem Druck die kolumbianische Regierung dazu gezwungen werden soll, im Krieg gegen Drogen und Terrorismus verbotene biologische Waffen einzusetzen. "Damit tritt die Bush-Administration erneut internationales Recht mit Füßen. Der Einsatz von Pilzen zur Zerstörung von Drogenpflanzen ist ein verbotener Biowaffen-Einsatz," sagt Dr. Jan van Aken vom Sunshine Project in Hamburg. "Wer glaubt, dass im Krieg gegen Terrorismus und Drogen auch schmutzige Waffen eingesetzt werden können, setzt eine gefährliche Rüstungsspirale in Gang, die kaum noch aufzuhalten sein wird."

Mehr zu Agent Green findet sich hier.


DEPARTMENT OF STATE

BUREAU FOR INTERNATIONAL NARCOTICS AND LAW ENFORCEMENT AFFAIRS

WASHINGTON DC

October 3, 2003

Dear Ambassador:

This letter is to request your assistance in the effort to better inform officials of the Colombian Government about research and development advances for the use of mycoherbicides against illicit crops, advanced by the United Nations and the Government of the United States. This will contribute to your Government considering the viability and advisability of a greater study of mycoherbicides in Colombia.

Some members of the US Congress, including the chair of the House International Relations Committee, Henry Hyde, have encouraged the Department of State to work with the Government of Colombia in research and development for the use of mycoherbicides against coca and opium poppy crops. This summer, the Embassy of the United States in Bogotá asked President Uribe if he was interested in using mycoherbicides against illicit crops in Colombia. President Uribe explained that he was ready to learn more and asked that the Department of State instruct his experts of the Colombian Agriculture Institute (ICA).

To prepare for these talks, I hope that you will help identify a small group from ICA or other appropriate officials of the Government of Colombia so that we may invite them to Washington for meetings and talks with a group of experts. I would like to suggest that the delegation of the Government of Colombia be principally composed of agricultural specialists, but that it also include a representative with wider responsibility in the formulation of anti-narcotics policies who has the capacity to present recommendations to President Uribe for future actions.

Thank you for your assistance in this matter. Please don't hesitate to contact me if you require additional information in this or other matters.

Sincerely,

Deborah McCarthy

Deputy Assistant Secretary in Charge


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