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Letzte Aktualisierung: Thursday, November 06, 2003
Themen

Unsere Arbeit konzentriert sich aktuell auf die folgenden Schwerpunkte:

  • Biologische Abwehrforschung in Deutschland
  • Biowaffen-Forschung in den USA
  • Nicht-tödliche Chemiewaffen
  • Gentechnik und Biologische Waffen
  • Biowaffen-Konvention
  • Einsatz von Biowaffen in der Drogenvernichtung ("Agent Green").

Intensiv verfolgten wir zudem alle Ereignisse rund um die Milzbrandbriefe in den USA und berichten weiterhin über neue Entwicklungen und Erkenntnisse hierzu.

Dasselbe gilt für die Suche nach biologischen Waffen im Irak, die wir mit jeweils aktuellen Meldungen, Kommentaren und Einschätzungen aufmerksam begleiten.

Die inhaltliche Arbeit zur ENMOD-Konvention wird ausschließlich von unserem amerikanischen Büro getragen.

Biologische Abwehrforschung in Deutschland
Biologische Forschung zu zivilen und defensiven Zwecken ist nach der Biowaffen-Konvention ausdrücklich erlaubt. Problematisch wird die Defensivforschung jedoch dadurch, dass in einigen Fällen auch ein offensives B-Waffen-Potenzial mit entwickelt wird. Eine klare Grenzziehung zwischen offensiv und defensiv ist deshalb manchmal nur schwer zu ziehen - sie ist jedoch nicht prinzipiell unmöglich.
In Deutschland wird derzeit sicherlich nicht an offensiven Biowaffen geforscht, doch auch hier wirft die biologische Abwehrforschung Fragen auf, zumal die Bundeswehr bislang nicht gerade eine offensive Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
In einer aktuellen Initiative für Grenzen in der Abwehrforschung fordern wir von der Bundesregierung, Transparenz und eindeutige Grenzen für die biologische Abwehrforschung zu garantieren.

Biowaffen-Forschung in den USA
Die US-Regierung betreibt nicht nur eine umfangreiche und zum Teil sehr kritisch zu betrachtende biologische Abwehrforschung, sondern auch eine offensiv ausgelegte Forschung an so genannten "nicht-tödlichen" Waffen. Dazu zählt auch der geplante Einsatz von Biowaffen im Drogenkrieg (mehr hierzu unter
Agent Green), Forschungen an Material-zersetzenden Mikroorganismen sowie die Entwicklung neuartiger Chemiewaffen (mehr hierzu unter Nicht-tödliche Chemiewaffen).

Nicht-tödliche Chemiewaffen
Das Chemiewaffen-Übereinkommen (CWÜ) verbietet jegliche Art von chemischen Waffen - ob tödlich oder nicht; ob Nervengas oder Betäubungsmittel. Trotzdem ist in den letzten Jahren eine sehr gefährliche Entwicklung zu beobachten: Staaten wie Russland und die USA entwickeln aktiv neuartige, so genannte "nicht-tödliche" Chemiewaffen.

Gentechnik und Biologische Waffen
Der rasante Fortschritt in der Biotechnologie birgt vielfache Möglichkeiten des militärischen Missbrauchs in sich. Gerade die Gentechnologie kann in verschiedenster Weise für die biologische Kriegsführung nutzbar gemacht werden: Klassische Biowaffen-Agenzien wie Milzbrand oder Pest können durch gentechnologische Manipulationen in effektivere und gefährlichere Waffen verwandelt werden. Erreger, die für den Einsatz als Biowaffe attraktiv sind, könnten im Labor künstlich nachgebaut werden. Aber auch völlig neuartige Biowaffen geraten in den Bereich des Machbaren.

Biowaffen-Konvention
Die "Biological and Toxin Weapons Convention" (BTWC) verbietet die Entwicklung und Produktion biologischer Waffen. Seit 1975 in Kraft sind ihr mittlerweile 147 Länder beigetreten. Die Konvention krankt jedoch daran, dass keinerlei Kontrollen und Verifikationsmaßnahmen vorgesehen sind. Zudem entstehen durch die rasante Entwicklung in der Biotechnologie immer neue Graubereiche, die die Konvention nicht eindeutig regelt.

Agent-Green
Zur Zeit werden biologische Waffen für die Vernichtung von illegalen Koka, Cannabis und Schlafmohn-Pflanzen getestet. Diese pathogenen Pilze wurden - vor allem von den USA - für den weltweiten Einsatz in Drogenanbaugebieten entwickelt. Derartige Projekte drohen, das weltweite Biowaffen-Verbot zu unterminieren.

Irak
Der Irak hat - durch die Arbeit der UNSCOM-Inspektoren in den 1990er Jahren offengelegt - bis 1991 ein offensives Biowaffenprogramm verfolgt. Dabei wurden vor allem die biologischen Agenzien Milzbrand und Botulinum Toxin in größeren Mengen hergestellt und zum Teil auch in Waffensysteme abgefüllt. Laut irakischen Angaben wurde das Biowaffen-Programm nach dem Golfkrieg 1991 gestoppt und alle Restbestände vernichtet. Nachprüfbare Belege für diese Angaben hat der Irak jedoch nie vorgelegt.

Milzbrandbriefe
Im September und Oktober 2001 sind in den USA vier Briefe voller tödlicher Milzbrandsporen per Post verschickt worden. Zwei Monate später waren fünf Menschen tot. 17 weitere haben eine Infektion überlebt, über 5000 Menschen mussten vorsorglich medizinisch behandelt werden. Es war der größte und spektakulärste Terroranschlag mit biologischen Waffen seit den Anfängen der Mikrobiologie.

ENMOD-Konvention
Die "Konvention über ein Verbot von militärischer oder anderweitig feindseliger Anwendung von Techniken zur Veränderung der Umwelt" (ENMOD) verbietet es, die Umwelt in einem Konflikt als Waffe einzusetzen. ENMOD wurde von der UN Generalversammlung am 10. Dezember 1976 angenommen, am 18. Mai 1977 zur Unterzeichnung ausgelegt und trat am 5. Oktober 1978 in Kraft, nachdem Laos als 20. Vertragsstaat die Konvention ratifiziert hat.


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