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Milzbrandbriefe
Im September und Oktober 2001 sind in den USA vier Briefe voller tödlicher Milzbrandsporen per Post verschickt worden. Zwei Monate später waren fünf Menschen tot. 17 weitere haben eine Infektion überlebt, über 5000 Menschen mussten vorsorglich medizinisch behandelt werden. Es war der größte und spektakulärste Terroranschlag mit biologischen Waffen seit den Anfängen der Mikrobiologie. Das FBI ermittelt seitdem ebenso fieberhaft wie erfolglos. Heute gilt die Untersuchung mit dem Codenamen "Amerithrax" als eine der größten in der Geschichte der amerikanischen Bundespolizei. Doch möglicherweise werden die Urheber der Milzbrandbriefe für immer im Dunkeln bleiben. Die Ermittler stochern hilflos in einem Sumpf aus Geheimhaltung herum, in dessen Zentrum das amerikanische Biowaffen-Programm steht. Schon früh deutete vieles darauf hin, dass die Milzbrandsporen aus amerikanischer Produktion stammen und eines gilt heute als unzweifelhaft: Der oder die Täter haben ihr Handwerk beim amerikanischen Militär gelernt. Indizien dafür lieferten unter anderem der genetische Fingerabdruck der Sporen, die chemische Analyse des Pulvers und vor allem dessen äußerst feine Qualität. Eine Billion Milzbrandsporen fanden die Ermittler in einem Gramm - in dieser Reinheit kann kein Feld-Wald-und-Wiesen-Biologe Milzbrand in getrockneter Form herstellen. Der Täter musste offensichtlich Zugang zum Know-how aus dem amerikanischen Biowaffen-Programm gehabt haben, Zugang zu entsprechenden Laboren und vor allem Zugang zu einer Impfung gegen Milzbrand - andernfalls hätte er sich zwangsläufig selbst infiziert. Immer noch im Zentrum des FBI-Interesses steht der Wissenschaftler Steven J. Hatfill. Sein schillernder Lebenslauf und viele indirekte Indizien haben ihn verdächtig gemacht. Jedoch wurde gegen ihn bislang kein einziger solider Beweis vorgelegt. |
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